Wie ich mit Waldfleisch 17 kg abgenommen habe
- Rafael Biolley

- 26. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Jan.

Am Aschermittwoch 2025 fiel die Entscheidung: Schluss mit dem Zunehmen, ich möchte nie drei Zahlen auf der Waage sehen. Ich war bereits über 95 kg schwer – für meine 180 cm ist das definitiv zu viel!
Glücklicherweise habe ich im Gegensatz zum Essen und Trinken mit den Vorsätzen nicht übertrieben und bin das Ganze ziemlich vernünftig angegangen. Es ist heute Ende Januar 2026 und ich bin 78 kg schwer und habe einen Bauchumfang von 88 cm.
Wie habe ich das gemacht?
Es war weder anstrengend, noch unangenehm, noch hart. Dafür sehr spannend, wegen ziemlich intensiver Auseinandersetzung mit dem menschlichen Stoffwechsel, Ernährung und Physiologie. Die Resultate sprechen für sich: Ich habe ausschliesslich Körperfett verloren, und dabei sogar noch ein bisschen Muskulatur aufgebaut.
Ich habe nun einige wenige, einfache Tips, die ich jedoch bitte nur als eigener Erfahrungsbericht und als Inspirationsquelle verstanden wissen will.
Proteine- statt Kalorienzählen
Mein Ziel was mindestens 120g Protein am Tag (was übrigens ziemlich genau der neuen revolutionären Ernährungsvorgaben der US-Regierung entspricht). Ich habe natürlich vor allem Waldfleisch gegessen. Sonst auch Rind, Poulet, Fisch, Eier, Milchprodukte. Ausreichende Proteinversorgung war auch der Grund, warum ich nur Körperfett und keine Muskelmasse verloren habe. Sonst, bei "normalen" Diäten passiert leider das Gegenteil, weil der Körper automatisch Muskeln abbaut, sobald er im Kaloriendefizit ist.
Dazu keine Saucen und Stärkebeilagen sondern nur Beilagen mit niedrigem glykämischen Index, z.B. Hülsenfrüchte, Nüsse, Oliven oder einfach Gemüse wie Brokkoli, Zucchetti, Tomaten, Gurken... Damit, und mit Fleisch, kann man sich ohne Hemmungen satt essen! Einfach soviel essen wie man mag, und auch nachschöpfen. Dies sind gesunde, echte Lebensmittel, und es ist praktisch unmöglich damit zuzunehmen.
Lebensmittel mit hohem glykämischen Index und "processed foods" meiden
Ich meide Teigwaren, Brot, Reis, Kartoffeln, Zucker, Honig und trinke keine Softdrinks und Smoothies. Auch esse ich keine frittierten oder panierten Sachen oder hochverarbeitete Lebensmittel wie Cornflakes, Proteinriegel, Saucen, Chips.
Es ist eine sehr grosse Entlastung für Körper und Geist, wenn man solches nur sehr selten konsumiert. Der Grund ist, dass man dann keine starken Schwankungen des Hormons Insulin hat, was nicht nur fürs Abnehmen sondern für die allgemeine Gesundheit sehr förderlich ist.
Interessant ist, dass man nach einer Zeit der Abstinenz eine Abneigung gegen diese ‘Nahrungsmittel’ bekommt – sie schmecken nicht mehr gut, und man erkennt intuitiv, dass dies keine Nahrungsmittel sind. Warum sollte man dem eigenen Körper so schlecht verträgliche und äusserst ungesunde Produkte zuführen?
Alkohol stark reduzieren.
Ich habe monatelang keinen Alkohol getrunken. Ich habe dies als Entlastung wahrgenommen, da ich besser schlafe und mich allgemein besser fühle.
Fasten.
Körper und Geist verdanken es sehr, und man gewinnt erst noch viel Zeit, wenn man nicht immer wieder essen muss. Ich habe ausprobiert, wie lange ich nach dem Aufstehen ohne etwas zu essen sein kann und es ging immer besser. Es macht bald Freude zu sehen, dass man eigentlich topfit ist, obwohl man überhaupt nichts gegessen hat. Nach einigen Wochen schon konnte ich bis am Abend absolut nichts essen, ohne mich irgendwie schwach zu fühlen – ganz im Gegenteil.
Der Grund ist, dass sich mit der Zeit der Fettstoffwechsel verbessert und der Blutzuckerspiegel stabilisiert. Man kann aber auch ausprobieren, dass man morgens und / oder am Mittag gut isst, und dann bis zum Schlafengehen nicht mehr. Allgemein möglichst nur ein bis maximal drei Mal richtig gut essen, und dazwischen gar nichts snacken.
Kein Sport, kein Fitnessabo, kein Jogging!
Dafür angenehme, lange Spaziergänge und allenfalls bei Gelegenheit Treppenlaufen einbauen. Ich bin meistens zur Arbeit zu Fuss gelaufen und habe mir abgewöhnt, den Lift zu nehmen. Man glaubt es kaum, aber in knapp einem Jahr habe ich so schon fast zweimal den Mount Everest bestiegen (ich wohne im zwölften Stockwerk und arbeite im fünften)! Bei Gelegenheit vielleicht einige wenige Klimmzüge, Liegestütze und allenfalls Kniebeugen. Auch Sit-ups bei Lust und Laune kann man mal machen, muss man aber alles nicht. Es macht Spass zu sehen, wie man mühelos stärker und leichter wird. Zurzeit kann ich problemos fünfzig saubere Liegestütze und zwanzig Klimmzüge machen, und ich fühle mich sehr leicht und vital.
Wie Sie sehen, lag der Schlüssel zum Erfolg in der Freude und in der Fülle – nicht etwa in der Willenskraft, im Verzicht oder in komischen Vorsätzen und Regeln. Ich habe übrigens mehrmals monatlich Ausnahmen gemacht - denn was wäre das für ein Leben ohne Älpler Magronen, Rösti, Fondue und Raclette?
Es ist im Übrigen lohnenswert darauf zu achten, den Stresspegel (das Hormon Cortisol) tief zu halten und auf genügend Schlaf zu achten. Auch diese beiden Gewohnheiten machen Freude und bringen grossen Vorteil.
Ich habe das Glück, dass ich (wie auch Sie ;-) unbeschränkten Zugang zu echtem Waldfleisch habe, was Körper und Geist sehr verdanken.
Hier noch mein typisches Tagesmenü:
Zum Zmorgen
eine grosse Schale Wild-Bouillon mit einigen pochierten Eier drin
oder
Rührei mit etwas Speck (ca. sechs Eier)
oder
gar nichts bis zum Zmittag
Zum Zmittag
Eine kalte Platte mit Wildlachs, Hüttenkäse, Oliven, Nüsse
oder
Ein grosses Steak (z.B. Wildschwein oder Hirsch) mit Salat mit gutem Olivenöl, Essig und Salz
oder
einfach mal gar nichts, sondern durcharbeiten oder spazieren gehen
Zum Znacht
400g Hirschkalb Leber (das ultimative Power Food!) mit Gemüse
oder
Gemüsesuppe mit viel Fleisch (Huhn oder Wild, z.B. Reh Haxe)
oder
gar nichts, dafür früher schlafen gehen



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